Gleichgültig ob es um den Abschluss eines Bauvertrags, die Absprache über die Ausführung einer zusätzlichen oder geänderten Leistung, eine Anpassung der Vertragstermine, den Umgang mit Abweichungen und Mängeln oder die Berechtigung streitiger Schlussrechnungspositionen geht: Verhandeln steht in der Baupraxis ständig auf der Tagesordnung. „Richtig“ verhandeln zu können, ist deshalb eine unverzichtbare Fähigkeit für alle Baubeteiligten mit Projektverantwortung. Anders als die Bautechnik oder der Baubetrieb spielen Verhandlungsfertigkeiten im Studium oder in der Ausbildung keine Rolle. Gleichwohl wird erwartet, dass man als Baubeteiligter – insbesondere wenn man Leitungsaufgaben wahrnimmt – Verhandlungen über technische, baubetriebliche oder juristische Fragestellungen führen kann. Häufig bleiben aber die erreichten Verhandlungsergebnisse trotz überzeugender Sachargumente hinter den gesteckten Erwartungen zurück. Das liegt vor allem daran, dass es sich bei einer Verhandlung um ein komplexes Zusammenspiel technischer, kaufmännischer, juristischer und psychologischer Faktoren handelt. Diese Komplexität und das zu ihrer Bewältigung zumeist fehlende Handwerkszeug verleitet die Beteiligten bisweilen dazu, sich in Diskussionen über – am Ende zumeist unwichtige Details – zu verstricken und/oder unsachlich auf die vermeintlich fehlende Einsicht des Verhandlungspartners zu reagieren. Ein positives Verhandlungsergebnis lässt sich auf diesem Weg aber in der Regel nicht erzielen. Gleichwohl lässt sich erfolgreiches Verhandeln erlernen. Das belegen die zahlreichen, zum Teil auch wissenschaftlichen Publikationen zu diesem Thema.
Der erste Tag des Seminars „Professionelles verhandeln“ dient der Vermittlung der theoretischen Grundlagen einer professionellen Verhandlungsführung, um in der Praxis bessere Verhandlungsergebnisse zu erzielen und so zum wirtschaftlichen Erfolg des Bauprojekts beizutragen. Am zweiten Tag werden im Rahmen eines Workshops von den Teilnehmern verschiedene Verhandlungssituationen durchgespielt und eingeübt.
- Einführung in die Erstellung von Angeboten (Arbeitsvorbereitung und Kalkulation)
- Verfahren der Kalkulation und der Wirtschaftlichkeitsberechnung
- Bauauftragskalkulation
- Zielkostenplanung
- Kosten im Bauwesen (DIN 276, DIN 18960)
- Datengrundlagen (Aufwandswerte, Kalkulationsansätze)
- Benchmarks
- Beispiele
- Hoch- und Tiefbau
- Urkalkulation und Formblätter 221ff. (VHB)
- Kostenunterschiede, die sich nicht im Angebotspreis darstellen – Preispolitik und Vergütungsstrategien des Bieters
- Preisgleitklauseln
- Baustelleneinrichtungspreis überhöht
- Frühere Teilleistungen teurer als spätere
- Preisnachlaß erst bei Schlußzahlung fällig
- Vorauszahlungen
- Änderungen der Ausführungsfristen
- Eventualpositionen
- Alternativangebote - Vergleichbarkeit
- Weitere Beispiele der Preispolitik des Bieters
- Wirtschaftlichkeitsrisiken aus Spekulationsangeboten
- Prüfung von Nachträgen dem Grunde und der Höhe nach
- Ur-, Vertrags- und Arbeitskalkulation
- Nachweis der tatsächlichen Kosten
- Der gestörte Bauablauf
- Vergleichs- und Erfahrungswerte
- Sonderfälle