Inhalt
Wenn der Bauablauf nicht so funktioniert, wie es sein sollte, muss der Verursacher festgestellt werden und die Auswirkungen sind zu dokumentieren. Die Durchsetzung von Forderungen aus Bauablaufstörungen ist problematisch, weil sehr hohe Anforderungen an den Nachweis von Ursache, unmittelbarer Folge und weiteren Auswirkungen gestellt werden.
Die Veranstaltung soll Möglichkeiten zur gerichtsfesten Dokumentation und Forderungsberechnung aufzeigen. Dabei stehen weniger das Baurecht als die baubetrieblichen Nachweise im Vordergrund.
1. Häufige Ursachen für Bauverzögerungen- Typische Bauablaufstörungen und deren Verursacher
- Sonderproblem "Schlechtwetter", mit welcher Witterung muss man rechnen?
2. Anspruchsvoraussetzungen- Rechtliche Anspruchsgrundlagen und Voraussetzungen für Bauzeitverlängerung und Bauablaufstörungen
- Aktuelle Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs und der oberinstanzlichen Gerichte (OLG, KG) zur Problematik
- Unter Berücksichtigung der Rechtsprechung zu Sachnachträgen und deren Auswirkung auf die Kostenermittlung bei Bauzeitnachträgen
- Formelle und inhaltliche Anforderungen an Behinderungs- und Verzugsanzeigen
- Baubetriebliche Anspruchsgrundlagen und Voraussetzungen
- Vertraglicher Soll-Bauablaufplan
- Bauablaufbezogene Darstellung von Ursache und Auswirkung hindernder Umstände
- Ermittlung/Berechnung des jeweiligen Bauzeitverlängerungszeitraums aus Mengenänderungen, geänderten und zusätzlichen Leistungen, verspäteten Informationen (Planlieferungen, Bemusterungen, Entscheidungen) sowie verspäteten Vorunternehmerleistungen
- Kritische Anmerkungen zu "störungsmodifizierten Sollabläufen" und vernetzten Bauzeitenplänen ohne bauablaufbezogene Darstellung (Ist-Ablauf)
- Hinweise zur Dokumentation des Baugeschehens (Istablauf und bauzeitverlängernde Ursachen)
3. Kosten der Bauzeitverlängerung/Bauablaufstörungen- Die Angebots- bzw. Auftragskalkulation als Berechnungsgrundlage
- Erforderliche Angaben und Detaillierungsgrad der Kalkulation (Aufwands- und Leistungswerte, Lohn- und Gerätekosten, Fremdleistungen, Materialkosten, Baustellengemeinkosten, Allgemeine Geschäftskosten, Wagnis und Gewinn)
- Preisinformationsblätter 221, 222 und 223 als Grundlage der Mehrkostenberechnung?
- Ist-Kosten als Berechnungsgrundlage?
- Praktische Berechnungsbeispiele mit kritischen Hinweisen zur Prüfung und Durchsetzbarkeit der behaupteten Kosten
- Umgang mit Produktivitätsverlusten bei heißer Witterung
- Mehrkosten nach § 2 Abs. 5 bzw. 6 VOB/B
- Entschädigung nach § 642 BGB
- Schadensersatz nach § 6 Abs. 6 VOB/B
- Beispiel zur Ermittlung von Vermögensnachteilen
Teilnehmerkreis
Bauunternehmer, Handwerker, Architekten, Bauingenieure, Auftraggeber und Auftragnehmer von Bauleistungen, Wohnungsbaugesellschaften, Sachverständige, Bauträger, Baujuristen, Behörden, Banken und Versicherungen.
Referenten
ist öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Baupreisermittlung und Abrechnungsfragen im Hoch- und Ingenieurbau, Bauablaufstörungen, Baubetrieb Ingenieur, Autor des Buchs "Der Bauleiter im Bauunternehmen", Mitautor des Buchs von Biermann/Frikell/Hofmann, "Bauzeit und Behinderung", und ständiger Mitarbeiter der Zeitschrift "IBR Immobilien- & Baurecht". Veröffentlichungen in den Festschriften für Prof. Dr. Vygen, Prof. Dr. Kainz und Prof. Dr. Lang.
Er tritt seit Jahren als Referent für baubetriebliche Themen auf.