Der Vortrag bespricht das Nachtragsmanagement auf der Grundlage der Leistungsbilder der HOAI 2013 und 2021. Es erfolgt zunächst eine Darlegung, wie juristisch das vertragliche Leistungssoll unter Berück- sichtigung der Besonderheiten der HOAI bestimmt wird. Davon aus- gehend wird das Vergütungssystem der HOAI anhand von Beispielen, immer mit Blick auf mögliche Nachträge, besprochen. Es werden un- terschiedliche vertragliche Gestaltungsmöglichkeiten zur Vergütung dargestellt, honorarwirksame Vorschriften der HOAI inhaltlich be- leuchtet und Alternativen aufgezeigt. Der Referent zeigt anhand von Praxisbeispielen auf, welche Verhandlungsmöglichkeiten und -taktiken bestehen. Dabei werden anhand verschiedener Fälle Möglichkeiten besprochen und dargestellt, durch geschickte Vertragsgestaltung und Verhandlung Spielräume für Nachträge zu eröffnen oder zu vermeiden.
1. Was ist das bei Vertragsschluss geschuldete Leistungssoll?
Ermittlung der vertraglich geschuldeten Leistung
Auslegung des Vertrags nach funktionalen Gesichtspunkten
Betrachtung der Leistungspflichten anhand ausgewählter Beispiele der Anlagen 10-15
Beschaffenheiten des Planungserfolges, insbesondere Vereinbarungen über Baukosten
Vollständigkeits- bzw. Komplettheitsklauseln
2. Welche Vergütung ist für die vertragliche Leistung vorgesehen?
- Vergütung für "Besondere Leistungen"
- Die unvollständige Vergütungsabrede
3. Nachtragsforderungen und deren Durchsetzung
Veränderung des Leistungsumfangs, Grenzen des Anordnungsrechts nach § 650b BGB
Vergütung zusätzlicher Leistungen
Durchsetzung von Nachträgen ohne Anordnung (GoA)
Honorarermittlung nach § 10 HOAI oder § 650c BGB?
Fortschreibung der anrechenbaren Kosten (§ 10 Abs. 1 HOAI)
Umgang mit veränderter mitverarbeiteter Bausubstanz
Wiederholungsleistungen (§ 10 Abs.2 HOAI) in Abgrenzung zur Optimierung
Strategische Mittel zur Nachtragsverhandlung (§§ 650f)